Vier Pfoten als Brücke zur Seele – Hundegestützte Arbeit im Spiegel der Individualpsychologie
DOI:
https://doi.org/10.15136/2025.12.2.1-14Abstract
Dieser Artikel beleuchtet, wie die hundegestützte Psychotherapie mit der Individualpsychologie Alfred Adlers verbunden werden kann. Hunde wirken in therapeutischen Settings als emotionale Brücken, fördern Offenheit, Mentalisierung und das Gemeinschaftsgefühl – zentrale Konzepte der Individualpsychologie. Anhand von Studien und einem detaillierten Fallbeispiel wird gezeigt, wie Hunde nicht nur beruhigen, sondern auch tiefgreifende psychodynamische Prozesse anstoßen können. Der Hund wird dabei zum Spiegel, Übertragungsobjekt und Co-Therapeuten. Auch diagnostisch bieten sich neue Möglichkeiten durch die Beobachtung von Interaktionen zwischen Patient*in und Hund. Wichtig sind der respektvolle Umgang mit dem Tier sowie eine fundierte Ausbildung. Die Arbeit zeigt, wie sich durch den Hund therapeutische Räume öffnen, in denen Individualpsychologie lebendig und erfahrbar wird – ein Feld mit hohem Potenzial für künftige Forschung.
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