Widerspruch und Interdisziplinarität als Prinzipien der wissenschaftlichen Forschung

  • Gertrude Dvornikovich Sigmund Freud PrivatUniversität

Abstract

In diesem Beitrag geht es um die wissenschafts- und erkenntnistheoretische Wertung des „Widerspruchs“. In unserer globalisierten Welt ist aber ein wissenschaftliches Denken ohne interaktive Kommunikation nicht möglich. Durch den Mangel der Interaktivität zwischen unterschiedlichen Denkdisziplinen mit ihren unvereinbaren Voraussetzungen schlug Wallner das epistemologische Konzept der „Verfremdung“ als Prinzip seines Konstruktiven Realismus vor. Jeder Denker wird aufgefordert, den Input der eigenen Denkdisziplin in den topos einer komplett anderen Denkdisziplin zu stellen. Durch Konfrontation zwischen dem Eigenen und dem Fremden kann man autonome Korrekturen bzw. eine Rekonstruktion des Eigenen im Aufbau der Theorie und Praxis erwirken. Wallners Interaktion und Verfremdung hat die Aktivierung der Wissenschaftstheorie im Konstrukt der Logik des Fremden, nämlich in der Interkulturalität. Die komparativ-philosophische Denkmethode darf ebenso als Denkanstoß dargeboten werden. Teile des epistemologischen Prinzips der „Verfremdung / Strangification“ von Wallner entsprechen dem „Feld des Zwischen / Field of Between“ von H. Hashi, die auf die Notwendigkeit der Methodologie der philosophischen Komparatistik verweist.

 

 


 

Literaturhinweise

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Veröffentlicht
2018-12-17
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