Analyse einer Traumserie anhand der Moser-Zeppelin-Methode und ihre Anwendung in der klinischen Praxis

Autor/innen

  • Gabriela Pap Sigmund Freud Privatuniversität Wien

DOI:

https://doi.org/10.15136/2021.8.1.58-86

Abstract

Die Arbeit dient der Prozessforschung und zeigt den Veränderungsprozess in einer psychodynamischen, individualpsychologischen Psychotherapie anhand der Traumanalyse einer Traumserie, die nach der Traumkodierungsmethode von Ulrich Moser und Ilka von Zeppelin und nach der klinischen Methode der Individualpsychologie durchgeführt wird. Leitend ist die Fragestellung, inwieweit das Traumkodierungssystem für die praktische Arbeit der Psychotherapeut*innen hilfreich sein kann, beziehungsweise ob die klinische Traumanalyse und die Traumkodierungsmethode zu ähnlichen, kompatiblen Ergebnissen hinsichtlich des psychischen Veränderungsprozesses führen.

 

Der Ergebnisvergleich kann einen Beitrag dazu leisten, die Sicht auf Therapie- und Änderungswissen insofern zu erweitern, als die Traumkodierung nach U. Moser und I. v. Zeppelin die Verwertung des Traumes in der psychotherapeutischen Arbeit über den manifesten Traum ermöglicht. Ihr Fokus liegt auf der Kodierung der Affektregulierung und verwendet ausschließlich den manifesten Traum und kann als ein Forschungsinstrument betrachtet werden, das u.a. auf psychoanalytischen Konzepten ruht, und gleichzeitig neuere Erkenntnisse der Traum- und Affektforschung berücksichtigt. Daher ermöglicht sie, ohne biographische Anamnese bzw. Kenntnis und Anwendung von tiefenpsychologischen Konzepten, Veränderungen in der Traumstruktur und Affektregulierung zu erkennen. Das Kodierungssystem bietet damit die Möglichkeit, vergleichende Studien zu erstellen hinsichtlich der Veränderungen während einer Behandlung, und ebenso Vergleiche der Wirksamkeit verschiedener Behandlungsmethoden (Leuzinger-Bohleber 2008, S. 7 f.).

 

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Veröffentlicht

2021-05-31